Schlagwort-Archive: Netzneutralität

Spotify – ein Dienst unter vielen?

Meine Spotify Reise begann vor rund 3,5 Jahren über die Deutsche Telekom (siehe meinen damaligen Blogeintrag). Auch heute noch habe ich mein Spotify Premium Abonnement über die Deutsche Telekom abgeschlossen – hauptsächlich aus dem Grund, dass auch die mobile Nutzung von Spotify nicht auf das Datenvolumen angerechnet wird. Wobei letzterer Punkt seit Anfang August leider nichtig wurde.

Die fetten Spotify-Jahre sind vorbei - zumindest für Neukunden
Die fetten Spotify-Jahre sind vorbei – zumindest für Neukunden

Neukunden erhalten die frühere Option so nicht mehr, das heißt im Umkehrschluss, dass gerade dieser Vorteil im Vergleich zur Buchung direkt über Spotify wegfällt – und somit nur noch als bequemer Vorteil die Abrechnung über die Telekom Rechnung übrig bleibt. Bestandskunden wie ich dürfen die frühere Option vorläufig behalten, mal schauen wie lange dies der Fall sein wird.
Im Grunde ist die Entscheidung der Telekom, dies mit der Netzneutralität und dem gestiegenen Datenvolumen in den Tarifen zu begründen, durchaus zu begrüßen. Dieses Thema sollte auch künftig eine wichtigere Rolle einnehmen als irgendwelche Bequemlichkeiten, die eine derartige Option bietet. Denn Netzneutralität betrifft eben noch viele weitere Dinge. Was nützt die schönste Musik, wenn an anderer Stelle Dienste leiden müssen? Genau, nicht wirklich viel 😀
Dennoch, auch wenn ich vor nicht allzulanger Zeit mal darüber nachgedacht hatte, wie lange es diese Option so noch geben mag, ist mir die mobile Nutzung von Spotify ohne Hintergrundgedanken doch ins Blut gegangen. Es wird schwer werden, irgendwann wieder aufs Datenvolumen schauen zu müssen. Spätestens dann wird sich auch die Frage stellen, ob es neben Spotify auch noch andere schöne Musiktöchter geben mag. Den naheliegende Vergleich habe ich damals aus dem beschriebenen Vorteil eben nie gemacht, doch wenn dieser wegfällt, bleibt möglicherweise nur ein Fazit: Spotify wird auch für mich ein Dienst unter vielen werden.

Sipgate-Info bezüglich der Netzneutralität

Gerade eben per E-Mail von Sipgate eingeflogen, verblogge ich das mal, da ich es durchaus für uns Internetnutzerfür für relevant halte, wenn wir für ein freies Internet eintreten möchten:

Sehr geehrter sipgate Kunde,

seit inzwischen mehr als sieben Jahren bieten wir unsere VoIP-Produkte an, die viele von Ihnen nutzen. Als VoIP-Anbieter haben wir, anders als der Großteil anderer Anbieter, immer Wert darauf gelegt, dass unsere Dienste unabhängig von einem bestimmten Internetzugang zu nutzen sind.

Uns ist es wichtig, dass Sie auch in Zukunft unsere Produkte zusammen mit dem in Ihrer Situation idealen Internetzugang einsetzen können. Leider mussten wir feststellen, dass gerade Mobilfunkanbieter, aber auch Festnetzgesellschaften, die Nutzung von VoIP und anderen Diensten zunehmend einschränken.

Derzeit untersucht die EU-Komission, auf welche Weise am besten sicherzustellen ist, dass Sie als Internetnutzer alle Dienste, die Ihnen wichtig sind (wie beispielsweise VoIP), auch wirklich nutzen können. Um die aktuelle Situation im Markt besser zu verstehen, und um daraufhin geeignete Regeln für Internetzugänge festzulegen, bittet die EU-Kommission Bürger und Unternehmen um Ihre Erfahrungen und Meinungen.

Wenn Ihnen daran gelegen ist, in Zukunft VoIP oder auch andere Dienste, wie WhatsApp etc., nutzen zu können, ohne dass Ihr Internetanbieter den Zugang hierzu sperrt, dann empfehlen wir Ihnen, an der ausgeschriebenen Anhörung teilzunehmen.

Unserem Verständnis nach sind folgende Punkte der EU-Kommission wichtig:

Welchen Anbieter nutzen Sie? (T-Mobile, Vodafone, Congstar, Drillisch, etc.)
Welche Internetangebote möchten Sie nutzen, können es aber nicht, weil Ihr Internetanbieter den Zugang dazu sperrt oder stört bzw. zusätzliche Entgelte verlangt? (Z.B. sipgate, Skype, WhatsApp, etc.)
Wenn Sie bereits bei der Bestellung des Internetzugangs von den Einschränkungen wussten, warum haben Sie sich dennoch für diesen Vertrag entschieden? (Besserer Empfang Zuhause/am Arbeitsplatz/in der Schule, Arbeitgeber zahlt mein Handy, besseres Handy-Angebot, preiswerter, etc.)
Wenn Sie ein Unternehmen vertreten, sollte klar sein, was das Unternehmen macht und wie groß es ist.
Alle weiteren Dinge, die Ihnen in Ihrer Situation wichtig erscheinen.

Ihre Eingabe können Sie einfach bis zum 15. Oktober auf deutsch oder englisch per E-Mail an

cnect-netneutrality@ec.europa.eu

schicken. Wir bitten darum, freundlich und sachlich zu schreiben. Bitte vergessen Sie nicht, Ihren Namen und Ihre Anschrift anzugeben, damit die EU-Kommission weiß, von wem die Eingabe stammt.

Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, haben wir einige uns bekannte Probleme vorformuliert und eine Beispiel-E-Mail an die Kommission verfasst. In dieser E-Mail gehen wir davon aus, dass Sie, wie die meisten deutschen Internetnutzer, schon Bekanntschaft mit Netzsperren gemacht haben. Je genauer – und auf Ihre Probleme zugeschnittener – Sie Ihre Erfahrungen schildern, desto besser für die Kommission. Sollten Sie überraschenderweise noch keine Erfahrungen mit Netzsperren gemacht haben, können Sie schildern, welchen Umgang mit Sperren Sie sich wünschen.

Weitere Informationen zur Anhörung finden Sie auf der Seite der Kommission. Sie können übrigens sowohl per E-Mail teilnehmen, als auch Fragen aus einem detaillierten Katalog online beantworten. Leider liegen sowohl die Fragen als auch das Online-Formular nur auf englisch vor.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns dabei unterstützen würden, für freie und unbeschränkte Internetzugänge einzutreten. Wir glauben ein unzensierter Zugang ohne Extrakosten zu allen Internetangeboten, sei es sipgate, sei es Skype, sei es Ihr Lieblingsblog, liegt im Interesse aller Internetnutzer. Jetzt besteht die Möglichkeit auf die Gestaltung der Internetregulierung Einfluss zu nehmen. Bitte nutzen Sie sie.

Einen schönen Tag und den Fortbestand des offenen und freien Internets wünscht,

Ihr sipgate Team

P.S.: Diesen Aufruf haben wir auch in unserem Blog veröffentlicht. Dort diskutieren wir das Thema gerne mit Ihnen und anderen Internetnutzern.